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Heraus zum autonomen 1. Mai in Wuppertal !!!

Heraus zum autonomen 1. Mai in Wuppertal !!! wie immer gibt es Gründe genug ... Treffpunkt zur Demo: 14 Uhr, Platz der Republik - anschliessend Straßenfest auf dem Schusterplatz - Kommt zahlreich!




Zahlt!!! Für eine bundesweite Kampagne !
Entschädigung für alle ZwangsarbeiterInnen sofort!!!

Vor zwei Jahren einigten sich die deutsche Industrie, die Bundesregierung mit den Opferverbänden auf Entschädigungszahlungen für NS-ZwangsarbeiterInnen. Bis heute ist es nicht zu einer Auszahlung an die hochbetagten Opfer gekommen. Mit dem Verweis auf mangelnde Rechtssicherheit blockieren Industrie und Bundestag weiter die Entschädigungszahlungen. Die Arroganz der deutschen Industrie und der Bundesregierung ist ungeheuerlich und grenzenlos. Erst wenn die letzte Sammelklage in den USA zurückgewiesen wird, wollen die Herren mit der Auszahlung beginnen. Vor zwei Jahren versuchten AktivistInnen des Zusammenschlusses 'Zahlt' mit Kundgebungen in Bonn und mit Aktionen die deutsche Industrie zu drängen, endlich Entschädigung für die NS-Zwangsarbeiter zu bezahlen. Leider scheiterte damals auch der Versuch den Verhandlungsführer der Bundesregierung Otto Graf Lambsdorff, wegen seiner Vergangenheit als Helfershelfer von Nazikriegsverbrechern aus dem Amt zu jagen und damit Deutschland international zu diskreditieren. Zu groß war damals die Angst der Überlebenden und der Opferverbände, das sich die Verhandlungen durch unser Störmanöver verlängern und dass sich die Auszahlungen verzögern würden. 'Zur Not verhandeln wir mit dem Teufel...', fasste Kurt Goldstein, Vorsitzender des Internationalen Auschwitz-Kommittes 1999 diese verständliche Haltung zusammen. Seitdem sind wie gesagt zwei Jahre vergangen.

Der Leiter des Bundesverbandes Information für die NS-Opfer in Köln, Lothar Evers, hat in einem Interview mit einer russischen Zeitung gesagt, er befürchte, dass die Ostarbeiter, wenn sie denn ihre Entschädigung erhalten, mit diesem Geld nicht umgehen könnten. Oder das ihre Angehörigen sich von diesem Geld vielleicht ein Motorrad kaufen wollen.

Die ukrainische Zwangsarbeiterin Ljubow Romanjuk, Jahrgang 1927 schrieb: 'Am 7. November 1942 kam der Dorfälteste mit einem Soldaten zu uns. Sie muss nach Deutschland fahren, sagte er zu meiner Mutter. Da wir es ihr gut gehen. Meine Mutter fiel vor ihm auf die Knie und hat angefangen zu schreien, dass ich doch noch ein Kind sei. Der Soldat schob meine Mutter mit seinem Maschinengewehr beiseite, mich packte er am Kragen und schleppte mich aus unserem Häuschen heraus.'

'Herr Evers, Ihnen wollte ich eigentlich sagen, dass wir zur Zeit in der Ukraine so schlecht leben wie damals im Krieg in Deutschland. Ich habe Kinder, Enkel, Urenkel. Den Geschmack von Fleisch und Butter haben wir längst vergessen, von Wurst will ich gar nicht erst reden. Meine Enkel sehen selten etwas Grieß in ihrer Milch. Und ein wenig ist es mir peinlich darüber zu schreiben, aber ich kann mir noch nicht einmal Unterwäsche erlauben. Jetzt kommt der Frühling, ich habe keine Schuhe, ich habe alte Herrenturnschuhe. Und deshalb, sollte ich von der deutschen Regierung ein paar Pfennige bekommen, dann werde ich sie selbstverständlich für die mir wertvollsten Menschen verwenden: für meine Kinder, Enkel und Urenkel. Ein Motorrad werden wir uns jedenfalls nicht kaufen. Ich würde als erstes Kartoffeln kaufen und vielleicht auch ein wenig Fleisch und dann würde ich versuchen, meine Familie satt zu bekommen, und wenn dann noch ein wenig übrig ist, würde ich meine Nachbarn einladen, denn die hungern auch.'

Jeden Tag sterben 200 Opfer - früher entrechtet und entwürdigt- bis heute nicht entschädigt und ohne ein Wort der Entschuldigung gehört zu haben. Wenn dann in 4 Monaten über eine weitere Klage in den USA entschieden wird, von deren Ausgang die deutsche Wirtschaft u.a. ihre 'Rechtssicherheit' abhängig macht, werden 24000 weitere Opfer gestorben sein. Es ist also höchste Zeit ,wieder tätig zu werden und den Druck auf die Industrie und auf die Regierenden zu erhöhen.

In Wuppertal waren in ca. 600 Firmen und Lagern ZwangsarbeiterInnen beschäftigt. Nur ein kleiner Teil der Firmen versucht sich, durch Beteiligung an der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft, aus ihrer Verantwortung zu kaufen. Laut IHK sind dies 40 Firmen aus dem Kammerbezirk Wuppertal, Solingen und Remscheid. Der weitaus größere Teil aber ist nur seinem Profit oder den Aktionären verpflichtet. Fordern wir diese Firmen zum Handeln auf: Entweder Zahlen oder dafür Löhnen. Boykottiert die Menschenschinder und Mörder!
Motorräder für alle!!!